Fragen & Antworten

Wenn Eltern überlegen, ihr Kind an eine freie Schule zu geben, möchten sie sich vorab über die Schule, ihre pädagogische Ausrichtung und das Konzept gut informieren und es ist ihnen wichtig, ihr Kind dann schließlich voller Vertrauen in gute Hände zu geben. Daher haben wir hier einige wichtige Informationen und mögliche Fragen zusammengefasst. Allgemeine Aspekte zum Aufbau der Schule und der Art des Lernens findet ihr im Reiter Konzept Sollte es weitere Fragen geben, zögert bitte nicht, sie uns (z. B. per E-mail) zu stellen!

 

 

Wie findet Lernen an der Schule Luana statt?
Antwort: Oberste Priorität hat für uns die Freiheit des Lernprozesses des*der Einzelnen! Der*Die Lernende entscheidet selbst, welches Thema er*sie wann und auf welchem Lernweg bearbeiten möchte. Alle Lernwege sind gleichwürdig; kein Lernweg ist per se „besser“ oder „effektiver“ als ein anderer. Die Lernenden selbst suchen sich den gerade zu ihnen passenden Lernweg sowie geeignete Methoden und Hilfsmittel aus. Suchen sie Unterstützung, finden sie diese jederzeit bei anderen Kindern und Jugendlichen und/oder den Bezugspersonen ihrer Wahl. Auch die Bildung eines Angebotes oder Projektes ist jederzeit nach den Interessen der Lernenden möglich.
Welche Abschlüsse können die Schuler*innen an der Luana erwerben?
Antwort: Abgänger der Schule Luana können das EUDEC-Diplom erwerben, das immer bekannter wird und ein Alleinstellungsmerkmal bei einer Bewerbung sein kann. Staatlich anerkannte Abschlüsse wie der qualifizierende Hauptschulabschluss, die Mittlere Reife oder das Abitur können extern an staatlichen Schulen erworben werden. Die Schüler*innen der Luana Augsburg haben jederzeit die Möglichkeit, sich auf die Prüfung ihrer Wahl vorzubereiten und erhalten hierbei die nötige Unterstützung von Seiten der Bezugspersonen. Die Erfahrungen an freien demokratischen Schulen in Deutschland zeigen, dass externe Abschlüsse mit durchwegs gutem Erfolg und ohne Stress erworben werden können. Da die Jugendlichen an freien demokratischen Schulen gewohnt sind, ihr Lernen selbst in die Hand zu nehmen und nach eigenem Antrieb zu gestalten, fällt ihnen die Vorbereitung darauf oft leicht und sie bereiten sich in kurzer Zeit erfolgreich vor. Bei einem Wechsel an eine weiterführende Schule entscheidet ein Probeunterricht an der Wunschschule über die Aufnahme. Ein Wechsel nach der 4. Klasse an die Mittelschule ist ohne Probeunterricht möglich.
Wie hoch ist das Schulgeld und was machen wir, wenn wir es uns nicht leisten können?
Antwort:  Im Rahmen unserer inklusiven Orientierung würden wir natürlich am liebsten gar kein Schulgeld verlangen und einfach staatlich genehmigt werden, so wie eine Regelschule. Leider funktioniert das so einfach nicht und bisher haben wir auch noch keinen Geldgeber gefunden, der uns dies ermöglichen würde. In den ersten zwei Jahren nach der Eröffnung bekommen wir nur 65% der staatlichen Zuschüsse und müssen daher eine große Summe selbst finanzieren.  Demnach wird das Schulgeld in der Anfangszeit zwischen 200€ und 250€ liegen. Wir bemühen uns aber, im Rahmen des solidarisch-kompensatorischen Schulgeldes so vielen Kindern wie möglich den Schulbesuch an der Luana zu ermöglichen. Solidarisch-kompensatorisches Schulgeld heißt, dass die Eltern einen Finanzplan mit nach Hause bekommen und gebeten werden so viel zu geben, wie sie für angemessen halten und auch zahlen können. Reicht dies nicht aus um den Finanzbedarf der Schule zu decken, bitten wir um den Restbetrag. Das ist ein Versuch es möglichst allen Recht zu machen. Wenn das wider Erwarten nicht klappen sollte, dann finden wir trotzdem für jeden Schüler und jede Schülerin eine Lösung. Sprecht mit einfach mit uns darüber!
Gehen die jüngeren Schüler*innen in der Schulversammlung nicht unter?
Antwort: Sicherlich wird es  jüngere Schüler*innen in der Gruppe geben, die zunächst schüchtern sein werden und die neue Situation beobachten. Das ist zu Beginn ein ganz normales Verhalten. Da wir besonders großen Wert auf eine Gemeinschaft in gegenseitiger Achtung, Gleichwürdigkeit und Vertrauen legen, werden bald alle die Sicherheit haben, dazuzugehören und Teil der Gruppe zu sein. Das sich Öffnen und nach außen Treten fällt gerade Kindern, die gemeinhin als „schüchtern“ bezeichnet werden, in einer demokratischen Schulgemeinschaft wesentlich leichter. Hier werden alle gesehen und alle gehört. Jüngere Kinder werden selbstverständlich von Bezugspersonen wie auch älteren Kindern unterstützt, sowohl in der Schulversammlung als auch im Schulalltag ihren Platz zu finden und einzunehmen. Durch die soziokratische Entscheidungsfindung in der Schulversammlung hat jede*r reihum Gelegenheit und Zeit, sich zu äußern. Wir sind überzeugt davon und legen großen Wert darauf, dass sich in unserer Schulgemeinschaft jede*r wohl fühlt und sich mit seiner*ihrer ganz eigenen Art und seinen Themen einbringt.
Was macht Ihr, wenn Kinder einfach nichts lernen wollen?
Antwort: Das gibt es nicht. Es gibt Beobachtungen an freien Schulen, dass Kinder, die (eventuell frustriert) von staatlichen Schulen wechseln, erstmal eine ganze Weile „nichts“ tun. „Nichts“ bedeutet aber in dem Moment nur für den beobachtenden, ungeduldigen Erwachsenen „nichts“. Das Kind ist in der Zeit intensiv mit sich beschäftigt, verarbeitet vielleicht etwas oder geht seinen Interessen einfach mal ungebremst nach. Wir und auch die Hirnforschung gehen aber davon aus, dass in jedem Kind der Wunsch nach Entwicklung und Lernen steckt – wie sonst hätten Kinder so unglaublich viel bereits bis zum Schuleintritt lernen können? Kinder kommen voller innerer Motivation, Wissensdurst und Lust auf Lernen in die Schule. Sie wollen an der Gesellschaft teilhaben und es ist ihnen schon bewusst, dass Zahlen und Buchstaben da dringend dazugehören und diese wollen sie entschlüsseln. Wir machen uns daher keine Sorgen, sondern sind sicher, dass jedes Kind Lesen, Schreiben und Rechnen lernen wird und darüber hinaus noch viel mehr. Wir respektieren, dass die Kinder ihre Themen zu unterschiedlichen Zeiten und in ihrem Rhythmus bearbeiten möchten und lassen ihnen die Zeit und den Raum, sich darin zu vertiefen. Eine anregende Lernumgebung und interessante, frei wählbare Angebote in Form von „Unterricht“ oder Projekten im weitesten Sinne bieten dem*der Lernenden vielfältige Möglichkeiten, sein*ihr Wissen zu erweitern.
Kann ich als Schüler*in nach der 4ten Klasse aufs Gymnasium wechseln?
Antwort: Ja! Wenn das dein Wunsch ist, dann bereiten wir dich auf den Übertritt vor. Schaffst du die Prüfung dafür, dann kannst du aufs Gymnasium, bzw. auf die Realschule.
Kann ich auch als Quereinsteiger zu euch kommen?
Antwort: Ja. Für alle Quereinsteiger gibt es eine Probezeit von 3 Monaten. Danach entscheidest du, ob du weiter an die Luana gehen willst. Aber die Schulversammlung hat ein Veto-Recht.
Wie kann ich mich/mein Kind anmelden?
Antwort: Hier auf der Homepage gibt es einen Reiter Aktiv werden, klick darauf und danach auf „Voranmelden“.
Ist die Schule für alle Kinder geeignet?
Antwort: Das ist eine hoch philosophische Frage. Manche von uns glauben das, einige glauben, dass die Luana für fast alle geeignet ist. Auf jeden Fall kommen an demokratischen Schulen die unterschiedlichsten Schüler*innen zusammen. Letztendlich kann das jedes Kind für sich beantworten. Hast du den Mut dazu?
Nehmt ihr auch Kinder mit besonderen Bedürfnissen auf?
Antwort: Ja. Unserer Meinung nach ist jeder ein bisschen komisch oder anders gesagt: „Anders sein, ist ganz normal!“ Hier hast du die Freiheit das zu tun, was du tun möchtest. Rollstuhlfahrer müssen bei uns keinen Baum hoch klettern und hippelige Kinder nicht still sitzen. Viel wichtiger als eine Behinderung oder eine Krankheit, ist die Einstellung Teil unserer Schule zu sein, die Freiheit der anderen zu respektieren und unsere Schule mitzugestalten.
Müssen die Eltern an der Schule putzen?
Antwort: Nein! Natürlich freuen wir uns über Hilfe, aber was für die Schüler gilt, gilt auch für die Eltern. Keiner muss, aber jeder darf.
Wie wird an der Schule Luana überprüft, was die Lernenden wissen und können?
Antwort: Die Bezugspersonen stehen in engem Kontakt mit den Lernenden, begleiten und beobachten sie. Regelmäßig finden Gespräche statt,  bei denen Lernprozesse und Entwicklungen reflektiert werden. Die Lernenden legen eine Studiensammlung an und führen ein Lerntagebuch und die Bezugspersonen dokumentieren ihre Beobachtungen in dafür vorbereitete Formulare.

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