Pädagogisches Konzept

„Wenn wir wahren Frieden in der Welt erlangen wollen, müssen wir bei den Kindern anfangen.“
Mahatma Gandhi, 1869 – 1948

Das pädagogische Konzept ist das Ergebnis eines langen Diskussionsprozesses des Arbeitskreises Pädagogik. So ist eine gemeinsame Idee von Schule entstanden, die hier ausgeführt wird.

Das ausführliche pädagogische Konzept sowie eine grobe Zusammenfassung des Konzepts der in Planung befindlichen Luana Schule können hier heruntergeladen werden:

Hier fassen wir die wesentlichen Punkte zusammen:

GrundpfeilerLernen an der LuanaDemokratie lebenAufnahme & VersetzungAbschlüsse & Schulwechsel

Die Grundpfeiler unserer Schule:

Frei

Kinder erlernen im Vorschulalter mit Spaß und Neugierde vielfältige Fähigkeiten und Wissen. Der Drang nach Bildung benötigt Freiheit. Um der natürlichen Neugierde der Kinder gerecht zu werden, entscheiden die Schüler*innen selbst, mit wem, wann, was und wie sie lernen. Die Kinder lernen weder in Klassen noch nach vorgeschriebenen Lehrplänen, sondern themenbezogen in altersgemischten Gruppen. Noten gibt’s hier keine.

Demokratisch

Lernbegleiter*innen und Kinder sind gleichwürdig. So werden alle Regeln und Entscheidungen in demokratischen Prozessen gemeinsam und gleichberechtigt getroffen. Schüler*innen gestalten zusammen mit ihren Lernbegleiter*innen die Schule selbst. Jede*r kann die eigenen Belange in eine wöchentlich tagende Schulversammlung einbringen und darüber abstimmen. Damit lehren wir keine Demokratie, sondern wir leben sie.

Inklusiv

Vielfalt bereichert unseren Alltag. Wir sind davon überzeugt, dass alle Menschen unterschiedlich sind. Somit verstehen wir Inklusion als: „Es ist normal und gut, verschieden zu sein“. Durch die hohe individuelle Freiheit können auf unterschiedliche Bedürfnisse und Fähigkeiten einzeln eingegangen und passende Lösungen gefunden werden. Wir stehen damit allen persönlichen Hintergründen offen gegenüber.

Lernen an der freien, demokratischen und inklusiven Schule Luana

Lernen ist für uns ein individueller, selbstgesteuerter Prozess, der zu jeder Zeit und an jedem Ort stattfindet, an dem Menschen sind. Einige Beispiele, wie Lernen an unserer Schule aussehen könnte, sollen im Folgenden exemplarisch beschrieben werden. Gemäß unseres Grundverständnisses von Lernen erheben wir damit allerdings keinen Anspruch auf Vollständigkeit – im Gegenteil: alles Leben ist Lernen.

Wie lernen die Kinder und Jugendlichen an der Luana?

Allen Mitgliedern der Schulgemeinschaft steht es frei, Lernangebote für andere bereitzustellen und Impulse in die Schulgemeinschaft einzubringen. Kinder und Jugendliche bieten entsprechend ihrer Fähigkeiten und Interessen Workshops für andere Lernende an. Auch Lernbegleiter*innen haben die Möglichkeit, Lernangebote entsprechend ihrer Fähigkeiten und Interessen zu initiieren. Häufiger werden sie jedoch Kurse entsprechend der Wünsche der Kinder und Jugendlichen anbieten. Um der Eigeninitiative der Kinder und Jugendlichen nicht zuvorzukommen, verpflichten sich die Lernbegleiter*innen, regelmäßig über Zahl und Intention der Angebote zu reflektieren.
Außerdem können sich Lernende jederzeit zu Kleingruppen zusammenschließen, um sich gemeinsam einer Fragestellung zu widmen oder zusammen einem Interesse nachzugehen (z.B. Akrobatik, Lesekreis, Chor, Robotik, etc.).
Kinder und Jugendliche können auch um die Einrichtung eines Kurses bitten, in dem Expert*innen ihr Wissen und ihre Kompetenzen an die Schüler*innen weiter-geben. Dies wäre bspw. denkbar bei Sprachkursen, der Einführung in neue Themengebiete und der Vorbereitung auf externe Prüfungen. Die Schule unterstützt die Schüler*innen hierbei. Sollte keine*r der Lernbegleiter*innen Expertise auf dem gewünschten Gebiet besitzen, können auch externe Honorarkräfte engagiert werden.
Impulse und Fragestellungen, die die Lernenden in die Schulgemeinschaft einbringen, können auch in Form von Projekten aufgegriffen werden. Oftmals findet sich eine Kleingruppe zusammen, die sich gemeinsam mit einer bestimmten Thematik oder Fragestellung beschäftigen möchte. Die Lernen¬den entscheiden dabei selbst, welchen Teilaspekten sie nachgehen möchten und wie sie dies tun. Sie organisieren ihr Projekt selbstständig und führen dieses ihrer eigenen Planung entsprechend durch. Projekte können ganz unterschiedlicher Art sein. Bspw. könnte eine Ausstellung zu den Folgen des Klimawandels erstellt werden, die Jugendlichen könnten einen Film drehen und ihn bei einem Filmwettbewerb einreichen oder eine Kleingruppe könnte sich mit dem Bau eines Fahrradschuppens beschäftigen.
Eine weitere Möglichkeit des Lernens an der Luana Schule ist das freie Experimentieren und Forschen: Mithilfe unterschiedlicher Lernmaterialien und Alltagsgegenständen (etwa Küchenutensilien, Lebensmittel, chemische Substanzen wie Spülmittel, Staubsauger, Werkzeugen, etc.), aber auch durch Beobachtungen in der Natur oder durch Recherchen im Internet oder in der Bibliothek versuchen die Lernenden ihre je eigenen Fragen zu beantworten. Sie können dabei eigenständige Antwortversuche entwickeln, ihre Hypothesen durch Versuche oder Gespräche mit Mitschüler*innen oder Lernbegleiter*innen überprüfen und sie bei Bedarf weiterentwickeln.
Auch durch Spielen lernen die Schüler*innen an unserer Luana Schule: Verschiedene Arten des Spiels wie Bewegungsspiele, Rollenspiele, Strategiespiele, Knobelspiele oder das freie Spiel schulen motorische, emotionale und kognitive Fähigkeiten. Da Spiele meist in Gemeinschaft mit anderen stattfinden, werden des Weiteren wichtige Erfahrungen im Umgang mit anderen Menschen und deren Vorstellungen gemacht. Immer wieder einigen sich Kinder und Jugendliche bezüglich Spielregeln, Spielausgängen oder Spielvarianten. Sie leben ihre eigene Kreativität aus, indem sie immer neue Varianten erfinden, neue Lösungswege einbringen, diese erproben und schließlich reflektieren.
Insgesamt ist Lernen ein individueller Prozess, der jedoch nie isoliert stattfindet. Jeder Mensch steht in Beziehung zu anderen Menschen, die sein Lernen und seine Entwicklung beeinflussen. In der Gemeinschaft mit anderen lernen Kinder und Jugendliche von- und miteinander. Dies bedeutet einerseits, dass sich Lernende gegenseitig bereichern; Lernende beobachten andere Menschen und lernen von deren Verhaltensweisen. So orientieren sich jüngere Kinder oftmals am Lernverhalten anderer und finden hier Anregungen zum Umgang mit und zum Einsatz von unter¬schied¬lichen Materialien. Andererseits ist auch das gelebte Miteinander ein eigener Lernprozess. Hier finden sich die Lernenden in einer Gruppe wieder, in der sie eigene Bedürfnisse vertreten müssen und dürfen sowie die Bedürfnisse anderer achten müssen. Dies führt in hohem Maße zur Ausbildung von sozialer Kompetenz. Die demokratischen Strukturen der Schule geben den sozialen Entscheidungsprozessen einen Rahmen in dem sich ausprobiert und die eigene Rolle reflektiert werden kann.

Wo lernen die Schüler und Jugendlichen an der Luana?

Den Lernenden stehen vielfältige Lernorte zur Verfügung, die von allen genutzt werden können.
In der Schule gibt es Multifunktionsräume, die von Kleingruppen zu verschiedenen Zwecken genutzt werden können, und Räume, die einer bestimmten Funktion dienen bzw. für bestimmte Aktivitäten zur Verfügung stehen (bspw. eine Bibliothek, ein Experimentierraum oder ein Atelier). Die Räume können von den Lernenden gestaltet werden, solange dies mit allen Beteiligten abgesprochen ist. Die Schulversammlung entscheidet über Belegungsregelungen und trifft Vereinbarungen für einzelne Lernorte. Die Kinder und Jugendlichen können sich frei im gesamten Schulhaus bewegen und so jeweils den idealen Lernort für ihr aktuelles Projekt wählen.
Außerdem möchten wir das Außengelände als Lernort nutzen und die Natur als gleichberechtigten Lernort etablieren: Die Natur ist als Erfahrungsraum eine wichtige Grundlage für eine ganzheitliche Persönlichkeitsbildung: Sie spricht den ganzen Menschen multisensorisch an – seine Wahrnehmung, sein Denken und Fühlen, seine Fantasie, sein moralisches und ästhetisches Bewusstsein, ebenso wie sein Körperempfinden, seine Bewegungslust und sein Bedürfnis nach Aktivität. Der Aufenthalt im Freien unterstützt die körperliche und seelische Gesundheit der Kinder und Jugendlichen. Primärerfahrungen aus erster Hand fördern das Körperbewusstsein und bieten zahl¬reiche Möglichkeiten zur Entfaltung vielfältiger Wahrnehmungs- und Bewegungsfähigkeiten. Die Vielfalt der Bildungsanlässe und die Intensität des Erlebens in der Natur sind Ruheraum und Antrieb zugleich. Darüber hinaus stärkt das Sein in der Natur das ökologische Bewusstsein. Achtsamkeit im Umgang mit der Natur und all ihren Ressourcen entsteht automatisch durch einen unmittelbaren Kontakt, durch das eigene Erleben der Natur. Ein ökologisch bewusstes Leben und Handeln entsteht so auf ganz natürliche Weise.
Auch außerschulische Lernorte spielen eine große Rolle für das ganzheitliche und vielfältige Bildungsangebot. Lernen beschränkt sich nicht auf die an der Schule selbst verfügbaren Möglichkeiten, sondern öffnet sich für intensive Lernerfahrungen auch außerhalb der Schule. Kooperationen mit sozialen Einrichtungen (z.B. Altenheime, Asylbewerber*innenheime), Unternehmen sowie kulturellen Einrichtungen (z.B. Theater, Museen) und sonstige Einrichtungen des öffentlichen Lebens eröffnen unzählige Lernorte und Lernmöglichkeiten, die von den Lernenden individuell genutzt werden können.

Womit lernen die Kinder und Jugendlichen an der Luana?

Lernmaterialien dienen der eigenständigen Auseinandersetzung mit Themen und Fragestellungen, setzen Impulse und regen die Kinder und Jugendlichen zum Lernen, Spielen, Diskutieren und Experimentieren an. An der Schule sind vielfältige Materialien vorhanden, sodass unterschiedlichen Lernwegen und Interessen der Lernenden Rechnung getragen wird. Es wird bei der didaktischen Materialanschaffung darauf geachtet, dass den Kindern ein selbständiges Arbeiten ermöglicht wird. Das Lern- und Lehrmaterial wird nach Themenschwerpunkten geordnet. Neben der naheliegenden Trennung der Materialien nach Räumlichkeiten (Farbe in den Kunstraum, Bücher in die Bibliothek) wird das Material nach Fächern sortiert, z.B. Mathematik-Eck, Erdkundebücher neben der Landkarte, etc. Den Schüler*innen soll eine Bibliothek zur Verfügung stehen, in der neben den klassischen Lehrbüchern eine große Bandbreite der verschiedensten Interessensgebieten abgedeckt ist. Zu Recherchezwecken haben die Kinder Zugriff auf Computer mit Internetzugang. Darüber hinaus gibt es Sportgeräte sowie Spiel- und Arbeitsgeräte für den Außenbereich. Die Mitglieder der Schulgemeinschaft entscheiden gemeinsam innerhalb des rechtlichen Rahmens über die Anschaffung und Handhabung von neuen Materialien. Dafür steht ein monatliches Budget zur Verfügung.

Wie werden die Lernfortschritte festgehalten?

Um den Kindern zu helfen, ihren persönlichen Lernprozess und die eigenen Entwicklung wahrzunehmen, werden diese dokumentiert. Dies geschieht auf zwei Weisen: einerseits wird eine Studiensammlung angelegt und andererseits führen die Mentor*innen jeweils mit ihren Kindern regelmäßige Reflexionsgespräche.
Zur Dokumentation der individuellen Lernerfahrungen legt jede*r Schüler*in selbständig eine Studiensammlung an. Die Studiensammlung besteht aus einem Heft und einem Ordner sowie einem digitalen Ordner auf dem Schulserver. Die Studiensammlung begleitet die Schüler*innen der Luana Schule durch deren gesamte Schullaufbahn.
Die Kinder und Jugendlichen dokumentieren in dem Heft in regelmäßigen Abständen ihre Lernprozesse, Erfahrungen und Ideen und sammeln entsprechende Dokumente, Zeichnungen, Fotos o. Ä. in ihrem Studienordner. Die Gestaltung der Studiensammlung folgt keiner vorgegebenen Struktur. Wichtig ist dabei allerdings die Nachvollziehbarkeit des Fortschritts des Lernprozesses. Die Lernbegleiter*innen stehen ihnen hierbei beratend zur Seite.
Die Kinder erfahren durch die Gestaltung der Studiensammlung ihre eigene Entwicklung und erleben sich als Akteur*innen ihres Lebens. Das wirkt positiv auf das Selbstwertgefühl aus, fördert das Lernen lernen und stärkt die Selbstermächtigung. Es gibt keine Form von unerwünschter oder nicht erbetener Bewertung und daher auch keine Schulnoten.

Wer hilft den Kindern und Jugendlichen beim Lernen?

Jedem*r Schüler*in steht eine Lernbegleiter*in als Mentor*in zur Verfügung. In regelmäßigen Abständen finden persönliche Gespräche statt. Dabei steht die persönliche Entwicklung des Kindes im Vordergrund. Soziales Verhalten, Geschehnisse, Beschäftigungen und Lernprozesse der vergangenen Tage werden gemeinsam reflektiert, Fragen beantwortet und Lösungen für mögliche Schwierigkeiten erörtert. Bei der Gestaltung der Studiensammlung steht der*die Mentor*in beratend zur Seite. Auf Wunsch des Lernenden unterstützt der*die Mentor*in bei der Erstellung eines individuellen Wochen-Stundenplans, der Ausschreibung eines eigenen Angebotes oder der Zielsetzung für einen bestimmten Zeitraum. Das Mentor*innen-Konzept fördert besonders bei den jüngeren Lernenden die Orientierung, Sicherheit und Zugehörigkeit in der Schule und kann für alle Kinder und Jugendlichen eine Stütze in kritischen Lebensphasen darstellen. Die Aufgabe von Mentor*innen ist es, so nahe am Kind zu sein, wie es nötig ist, um dessen Bedürfnisse nach Förderung, Struktur und Zuwendung zu erkennen.
Die Mentor*innen dokumentieren die persönliche Entwicklung der Schüler*innen und deren Lernprozesse, um den Überblick zu behalten und individuell unterstützen zu können. Die Dokumentation findet dabei immer objektiv und wertungsfrei statt.

Wie wird geprüft, ob alles passt?

Die wissenschaftliche Begleitung misst den formellen und informellen Lernprozess der einzelnen Lernenden, der Schulgemeinschaft als Kollektiv und das Schulklima insgesamt. Das genaue Forschungsformat ergibt sich nach dem Start der Schule.

Demokratie leben

Schulversammlung

Die Schulversammlung ist zentrales Element der gelebten Demokratie an unserer Schule. Dort werden alle Belange der Schule diskutiert und entschieden, Informationen ausgetauscht und die Arbeit der Arbeitskreise koordiniert. Bspw. werden dort Regeln vereinbart, Anschaffungen von Materialien beschlossen, Termine koordiniert und Informationen an die Schulgemeinschaft weitergetragen. Die Schulversammlung findet einmal wöchentlich und zusätzlich bei Bedarf statt und dauert höchstens eine Stunde.
Entscheidungsberechtigte Mitglieder der Schulversammlung sind alle Kinder, Jugendliche und Lernbegleiter*innen der Schule. Der Besuch der Schulversammlung ist freiwillig. Jedoch verpflichten sich alle, die in der Versamm­lung beschlossenen Regeln und getroffenen Vereinbarungen einzuhalten. Alle Mitglieder der Schule können Anliegen und Wünsche in die Schulversammlung einbringen. Die Tagesordnung ist dabei immer flexibel und transparent.
Die Schulversammlung kann Aufgaben und Befugnisse an einzelne Mitglieder oder Gruppen dele­gieren, indem sie Arbeitskreise gründet. Diese Arbeitskreise sind der Schulversammlung gegenüber informationspflichtig.

Arbeitskreise

Die Arbeitskreise sind in gewissem Maße die Exekutive der Schule. Die Arbeitskreise werden in der Schulversammlung gegründet. Die Personen, die in den Arbeitskreisen zusammenkommen, wer­den durch die Schulversammlung gewählt. Die Arbeitskreise sollen Themen und Aufgaben, die im Rahmen der Schule anfallen, behandeln und erledigen. Sie können vorübergehend bestehen, wie bspw. für die Planung eines Sommerfestes, oder dauerhaft verankert sein, wie bspw. ein Kreis, der sich mit der Gestaltung des Schulgartens befasst.

Klärungskreis

Sich zu verantwortungsvollen Persönlichkeiten zu entwickeln, bedeutet auch, zu lernen, Konflikte konstruktiv zu lösen. Wir geben allen Beteiligten den Raum, Auseinandersetzungen zu führen und Lösungen zu erarbeiten. Wo erwünscht oder notwendig begleitet eine heranwachsende oder erwachsene Person den Konflikt. Hierzu dient der Klärungskreis. Dieser Kreis besteht aus Kindern oder Jugendlichen und Lernbegleiter*innen und ist erste Anlaufstelle bei Konflikten und Auseinander­setzungen.
Jedes Verhalten ist individuell und hat subjektive Gründe. Durch festgelegte Sanktionen und allge­mein­gültige Grenzen ist es kaum möglich, die individuellen Konflikte aufzuarbeiten. Daher findet im Klärungskreis stets Beziehungsarbeit mit den am Konflikt beteiligten Personen statt. Der Klä­rungs­kreis entscheidet jeweils individuell, welche Vorgehensweise in welcher Situation angebracht ist. Situationen, die sich nach Ansicht der Betroffenen nicht haben lösen lassen, gehen an die Schul­versammlung.
Durch die demokratischen Strukturen der Schule (Schulversammlung, Arbeitskreise, etc.) wird den Schüler*innen also ermöglicht, Verantwortung für die Schulgemeinschaft zu übernehmen. Dabei lernen die Kinder und Jugendlichen, ihre eigenen Interessen einzubringen und zu vertreten. Sie erfahren, dass ihre Meinung Relevanz besitzt und dass ihr Einbringen einen direkten Einfluss auf die Gestaltung der Schule hat.

Aufnahme und Versetzung

Aufnahme neuer Schüler*innen

Ab dem Alter von fünf Jahren können Schüler*innen an der Luana Schule aufgenommen werden. Vor der Aufnahme erfolgen zunächst Gespräche mit den Kindern und Jugendlichen und deren Erziehungsberechtigten. Es ist wichtig, dass sowohl Eltern als auch Kinder und Jugendliche genau wissen, was sie an der Schule erwartet. Anschließend folgt eine Hospitationswoche, in der die Kinder und Jugendlichen einen Einblick in das Leben und Lernen an unserer Schule erhalten. Auch den Erziehungsberechtigten wird die Möglichkeit gegeben, für einen bestimmten Zeitraum zu hospitieren. In einem anschließenden Gespräch wird geklärt, ob die Schule den individuellen Bedürfnissen und Vorstellungen aller Beteiligten gerecht werden kann. Da die Aufnahme von neuen Schüler*innen die gesamte Schulgemeinschaft betrifft, entscheidet die Schulversammlung abschließend über die Aufnahme.

Schuldauer und Versetzung der Schüler*innen

An der Luana gibt es keine Unterteilung in Klassenstufen. Das Lernen findet alters¬gemischt statt, sodass die Frage einer Versetzung in eine niedrigere oder höhere Jahrgangsstufe nicht relevant ist. Die Schuldauer an der Luana Schule beträgt in der Regel zehn Jahre.

Abschlüsse und Schulwechsel

Externe Abschlüsse

Die Entscheidung, ob und wann Jugendliche einen solchen Abschluss anstreben, treffen sie selbst. Da die Schüler*innen selbst für ihre Bildung verantwortlich sind, liegt es ihnen, außerdem frei zu entscheiden, welche Schulab­schlüsse sie anstreben und wie sie sich darauf vorbereiten möchten. Die Luana kann aufgrund ihres Status als staatlich genehmigte Ersatzschule keine staatlichen Abschlüsse vergeben. Die Kinder und Jugendlichen haben jedoch jederzeit die Möglichkeit, staatliche Schulabschlüsse extern zu erwerben.
Die Schule bietet allen Jugendlichen professionelle Unterstützung in der Vorbereitung auf externe Prüfungen an. Sie hilft den Jugendlichen bei der Vorbereitung auf Modalitäten und Arten staatlicher Prüfungen. Während der Prüfungsphase werden die Heranwachsenden begleitet.

EUDEC-Diplom

Alle Schulabgänger*innen können ein Diplom der EUDEC (European Democratic Education Community) erhalten. Dieses Diplom enthält einen allgemeinen Teil, der das Lernen an einer demokratischen Schule beschreibt und Einblicke gibt in die Fähigkeiten und Persön­lichkeitsmerkmale, die Absolvent*innen demokratischer Schulen auszeichnen, sowie einen individuellen Teil, der aus einer Art Empfehlungsschreiben besteht, das von Lernbegleiter*innen, Mitschüler*innen und dem*der Absolvent*in selbst verfasst wird. Ein solches Diplom wird von vielen Arbeitgeber*innen anerkannt und kann bei Bewerbungen ein Alleinstellungsmerkmal darstellen.

Schulwechsel

Die Lernbegleiter*innen beraten Kinder, Jugendliche und Eltern bezüglich eines gewünschten oder erforderlichen Schulwechsels (bspw. durch einen Umzug). In der Regel finden sich Lernende von freien, demokratischen Schulen leicht in eine neue Umgebung und Gemeinschaft ein. Sollte für den Schulwechsel das Nachlernen von Inhalten, nötig sein, so finden sie auf Wunsch an der Schule die notwendige Unter­stützung für diesen Lernprozess, sodass ein reibungsloser Übertritt gewährleistet ist. Insbesondere in den ersten vier Schuljahren werden die Schüler*innen bei den regelmäßigen Gesprächen mit den Mentor*innen gefragt, ob sie die Luana für eine weiterführende Schule verlassen möchten und werden gegebenenfalls explizit darauf vorbereitet.